Grusswort

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Bernhard Seidenath, Vorsitzender des Landtags-Ausschusses für Gesundheit und Pflege sowie gesundheits- und pflegepolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion (Foto: B. Seidenath)

Sehr geehrter Herr Eger,
meine sehr geehrte Damen und Herren,

zum Heilpraktikerkongress des Südens grüße ich Sie sehr herzlich.

Diese Veranstaltung ist zu einer guten Tradition in der Kette von gesundheitspolitischen Fachkongressen im Freistaat Bayern geworden. Mehr noch: Der Heilpraktikerkongress des Südens ist, wie das Engagement Ihres Berufsverbands Bund Deutscher Heilpraktiker und Naturheilkundiger e.V., aus der gesundheitspolitischen Landschaft nicht wegzudenken.

Dasselbe gilt für Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker insgesamt. Denn in der Medizin insgesamt rückt der ganzheitliche Ansatz Gott sei Dank mehr und mehr in den Blick.

So enthält das Grundsatzprogramm der CSU seit einigen Jahren den bemerkenswerten Satz: "Moderne Medizin hat einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen als Einheit von Körper, Seele und Geist.“ Dies ist ein deutliches Zeichen, dass die modernen Ansätze in der Medizin und damit die Gedanken, die gerade der Naturheilkunde zugrunde liegen, in der bayerischen Politik nicht nur angekommen, sondern von ihr sogar angeschoben werden.

Denn Heilpraktiker erfassen – gerade in ihrer individuellen Beratung - die Individualität eines Menschen wie auch seiner Lebenseinstellung und seiner sozialen Interaktionen so genau wie vielleicht kein anderer Heil- oder Gesundheitsberuf. Damit ist es genau die personalisierte Medizin, zu der wir uns auf den Weg machen wollen.

Ich bin der Überzeugung: Nur, wenn wir den Menschen als Ganzes und die entsprechenden Krankheitsursachen sehen, kann er im wahren und echten Sinne geheilt werden. Nur dann wird auch die Gestaltung eines zukunftssicheren Gesundheitssystems gelingen.

Fakt ist aber, dass Naturheilkunde auch höhere Anforderungen an den Patienten stellt: Er muss sich aktiv beteiligen. In allen Gesundheitsreformen sollte bisher ja die Eigenverantwortung gestärkt werden, das war erklärtes Ziel. Ich wage zu behaupten: Wer auf die Naturheilkunde vertraut, führt sein Leben bewusst. Bei ihm ist die so oft beschworene Eigenverantwortung stark ausgeprägt. In diesem Sinne ist der, der auf Naturheilkunde setzt, ein moderner Patient. Auch dieser Ansatz ist seit dem Jahr 2015 sehr gestärkt worden: mit dem Präventionsgesetz auf Bundesebene und dem Präventionsplan des Freistaats Bayern.

Insgesamt sei festgehalten, dass die Beschäftigung mit Naturheilverfahren gerade in Bayern, dem Land von Sebastian Kneipp, eine lange und gute Tradition aufweist. In München gibt es rund 2.000 niedergelassene Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker, weit mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. In Bamberg versorgt die Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde unter der Leitung von Prof. Dr. Jost Langhorst seit inzwischen einigen Jahren Patientinnen und Patienten. Unser Ziel ist es, an einer bayerischen Universität auch einen Lehrstuhl für Integrative Medizin einzurichten. Zudem wird in Bayern aktuell die ein oder andere interessante wissenschaftlich Studie zu diesem Themenfeld durchgeführt.

Nach neuen Umfragen nehmen 83 Prozent der Befragten den Begriff „Naturheilkunde“ als positiv besetzt wahr, für nur sieben Prozent ist er negativ besetzt. Demzufolge haben die Bürgerinnen und Bürger an Naturheilkunde und an Naturheilverfahren ein wesentlich größeres Interesse, als im Gesamtkonzept der Gesundheitspolitik und im Konzert all derer deutlich wird, die auf diesem Gebiet ihre Stimme erheben.

In diesem Sinne freue ich mich, am 9. Juli bei Ihnen zu sein, wünsche Ihnen eine erfolgreiche Tagung und danke Ihnen von Herzen für Ihr tagtägliches Wirken zugunsten der Gesundheit der Menschen in unserem Land.

Mit allen guten Wünschen grüße ich Sie herzlich

Bernhard Seidenath